E-Zigaretten in der Schweiz: Konsumformen, Wirkung und Risiken, Gesetze, Prävention - Zahlen und Fakten - suchtschweiz.ch

E-Zigaretten: Konsumformen, Wirkung und Risiken, Gesetze, Prävention

Porträt

E-Zigaretten bestehen aus einem Mundstück, einem Akku, einem Verdampfer und einer Kartusche. In der Kartusche befindet sich das sogenannte Liquid, eine Mischung aus Propylenglykol, Glycerin, Wasser und Aromastoffen. Das Liquid, welches durch Ziehen am Mundstück bzw. auf Knopfdruck zu Nebel verdampft, wird von den Konsumierenden inhaliert. In den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen wird es mit und ohne Nikotin angeboten.

 

Wirkung

Das in einem Teil der Liquids enthaltene Nikotin verursacht die psychoaktive Wirkung im Gehirn und die Abhängigkeit. Es stimuliert die Ausschüttung von Dopamin und anderen Neurotransmittern mit ihren zahlreichen psychischen und körperlichen Auswirkungen: Stimulierung, Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeit und der Gedächtnisleistung sowie Appetithemmung. Die aufgenommene Menge Nikotin hängt vom konsumierten Produkt und von der Aufnahmeform ab.

Nach Studien kann mit E-Zigaretten der zweiten Generation innert gut 30 Minuten dieselbe Nikotinkonzentration im Blut erreicht werden wie nach 5 Minuten mit einer Zigarette. Inzwischen ist aber bereits eine dritte Generation auf dem Markt, welche die Nikotinzufuhr verstärkt.

E-Zigaretten mit Nikotinsalzen, die in der Schweiz möglicherweise bald verkauft werden können, erhöhen die Nikotinzufuhr auf das Niveau von Zigaretten oder gar darüber hinaus.

Risiken-Folgen

Abhängigkeit

Nikotin ist einer der am schnellsten abhängig machenden Stoffe. Bei heute auf dem Schweizer Markt erhältlichen E-Zigaretten ist das Abhängigkeitsrisiko wahrscheinlich weniger ausgeprägt als bei Zigaretten. Neuartige E-Zigaretten mit Nikotinsalzen im Inhalt der Liquids können hingegen stärkere Abhängigkeit als bisher erhältliche E-Zigaretten erzeugen.

Gesundheitliche Folgen

E-Zigaretten wurden von einer Expertengruppe im Jahr 2013 als 95% weniger schädlich eingeschätzt als herkömmliche Zigaretten, denn die Schadstoffe, die für Krebs und Herzkrankheiten verantwortlich sind, seien im Aerosol von E-Zigaretten nur zu einem Bruchteil nachgewiesen. Dennoch sind krebserregende Stoffe wie Formaldehyd, Benzylalkohol und Nitrosamin NNK noch immer enthalten.

Es ist nicht klar, ob der Schaden linear mit der konsumierten Menge zunimmt. Erst Langzeitstudien werden die tatsächlichen Gesundheitsrisiken aufzeigen können. Im Moment sind auch noch keine klaren Erkenntnisse vorhanden, ob E-Zigaretten Asthma und Bronchitis fördern.

Schwangerschaft

Nikotinkonsum während der Schwangerschaft stört die Gehirn- und Lungenentwicklung des Ungeborenen. Nikotin erhöht auch das Risiko eines geringen Geburtsgewichts, von Früh- und Totgeburten sowie Plötzlichem Kindstod.

Todesfälle

Über Todesfälle durch den Konsum von E-Zigaretten lässt sich heute noch nichts Genaues sagen. Der Hauptanteil der Schadstoffe aus Nikotinprodukten entsteht durch die Verbrennung von Tabak, und bisherige Erkenntnisse zeigen, dass E-Zigaretten weniger Schadstoffe produzieren. Allerdings können gewisse Schadstoffe schon bei geringen Mengen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

 

Gesetze

Passivrauch

Bezüglich Passivrauchregulierung unterliegen E-Zigaretten heute den kantonalen Interpretationsspielräumen. Die Schadstoffbelastung in Räumen, in welchen gedampft wird, ist um einiges kleiner als in Raucherräumen, allerdings ist sie nicht unerheblich. Deshalb sollte der Passivrauchschutz auch den Gebrauch von E-Zigaretten umfassen.

Jugendschutz

Für E-Zigaretten und Liquids gibt es in der Schweiz im Moment keine Altersbeschränkung, das heisst, sie können nach der geltenden Rechtslage im Prinzip auch an Kinder abgegeben werden.

Werbung

Da E-Zigaretten nicht der Tabakverordnung unterstehen ist deren Bewerbung heute frei.

Besteuerung

Die E-Zigaretten werden einzig mit der Mehrwertsteuer von 8% besteuert.

 

Prävention

Aus Präventionssicht wird empfohlen, diese Produkte gleich zu behandeln wie Tabakprodukte. Auch die Beratungsstellen und Tipps zum Konsumstopp sind die gleichen. Vgl. Prävention Zigaretten und co.

Schadensminderung und Rauchentwöhnung

In der Schweiz ist die E-Zigarette heute das meistgenutzte Mittel für einen Rauchstoppversuch, auch wenn die Erfolgsquote nicht unbedingt höher ist als mit anderen Mitteln. Trotzdem kann für einige Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, die E-Zigarette den gewünschten Erfolg bringen.

Raucherinnen und Raucher, die die herkömmliche Zigarette vollständig aufgeben und nur noch E-Zigaretten benutzen, reduzieren ihre Gesundheitsrisiken dahingehend, dass sie sich den bei der Verbrennung entstehenden Schadstoffen der herkömmlichen Zigarette nicht mehr aussetzen. Bei einem Mischkonsum (E-Zigarette und herkömmliche Zigarette) reduzieren sich die gesundheitlichen Risiken kaum.

Letzte Aktualisierung: 11.03.2020
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