Snus (Lutschtabak) in der Schweiz: Konsumformen, Wirkung und Risiken, Gesetze, Prävention - Zahlen und Fakten - suchtschweiz.ch

Snus (Lutschtabak): Konsumformen, Wirkung und Risiken, Gesetze, Prävention

Porträt

Als Snus (in der Schweiz manchmal auch Lutschtabak genannt) wird eine in Schweden und Norwegen verbreitete Form von Mundtabak bezeichnet, der in Säckchen abgepackt zwischen Zahnfleisch und Wange gelegt wird.

 

Wirkung

Nikotin ist die im Tabakblatt enthaltene Substanz, welche die psychoaktive Wirkung im Gehirn und die Abhängigkeit verursacht. Nikotin stimuliert die Ausschüttung von Dopamin und anderen Neurotransmittern mit ihren zahlreichen psychischen und körperlichen Auswirkungen: Stimulierung, Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeit und der Gedächtnisleistung sowie Appetithemmung. Die aufgenommene Menge Nikotin hängt vom konsumierten Produkt und von der Aufnahmeform ab.

Beim Snus wird eine fast ähnliche Abhängigkeit wie bei Zigaretten nachgewiesen.

Risiken-Folgen

Abhängigkeit

Das im Tabak enthaltene Nikotin ist einer der am schnellsten abhängig machenden Stoffe. Beim Snus wird eine fast ähnliche Abhängigkeit wie bei Zigaretten nachgewiesen.

Gesundheitliche Folgen

Bei schwedischem Snus, der in der Schweiz konsumiert wird, ist das Krebsrisiko sehr klein, weil der Tabak pasteurisiert und getrocknet wird und er relativ wenige krebserregende Nitrosamine enthält. Dennoch bleibt eventuell ein Risiko für Mundhöhlen-, Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dazu kommt wie bei allen Nikotinprodukten ein leicht erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Darüber hinaus besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Konsum von schwedischem Snus und Zahnfleischschwund.

Schwangerschaft

Nikotinkonsum während der Schwangerschaft stört die Gehirn- und Lungenentwicklung des Ungeborenen. Nikotin erhöht auch das Risiko eines geringen Geburtsgewichts, von Früh- und Totgeburten sowie Plötzlichem Kindstod.

Todesfälle

Der Hauptanteil der Schadstoffe aus Nikotinprodukten entsteht durch die Verbrennung von Tabak. Bisherige Erkenntnisse zeigen, dass Snus deutlich weniger Schadstoffe freisetzt als Produkte, die den Tabak verbrennen.

 

Gesetze

Die Herstellung, Kennzeichnung und Bewerbung von Tabakprodukten sind heute in der zum Lebensmittelgesetz gehörenden Tabakverordnung geregelt. Ein neues Tabakproduktegesetz soll diese Verordnung ablösen. Das Inkrafttreten ist nicht vor 2021 zu erwarten.

Produktion und Verkauf

Snus kann seit 2019 legal verkauft werden. Aus Gesundheitsgründen hat das Produkt hierzulande vorher formell keine Zulassung erhalten, es war vielerorts in der Schweiz aber trotzdem einfach erhältlich.

Jugendschutz

Das Mindestalter für den Kauf von Tabakprodukten, einschliesslich Snus, ist heute kantonal geregelt und liegt meist bei 16 oder 18 Jahren.

Werbung

Solange Snus nicht zugelassen war wurde das Produkt auch kaum beworben. Dies hat sich mit der Marktzulassung im 2019 geändert.

National ist einzig die Werbung an Radio und Fernsehen verboten. Einige Kantone gehen mit dem Verbot von Plakatwerbung, Kinowerbung oder Sponsoring von Kulturveranstaltungen einen Schritt weiter. Zudem ist Werbung untersagt, die sich mehrheitlich an Minderjährige richtet.

Besteuerung

Snus wird im Rahmen des Tabaksteuergesetzes mit 6% des Kleinhandelspreises besteuert.

 

Prävention

Aus Präventionssicht wird empfohlen, diese Produkte gleich zu behandeln wie Tabakprodukte. Auch die Beratungsstellen und Tipps zum Konsumstopp sind die gleichen. Vgl. Prävention Zigaretten und co.

Letzte Aktualisierung: 22.08.2022
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