Sucht Schweiz - Zahlen und Fakten - Prävention

Prävention

Szenenahe Prävention

MDMA/Ecstasy wird vor allem in der Partyszene konsumiert. Um Konsumierende zu erreichen, muss MDMA/Ecstasy-Prävention eine aktive, szenenahe Arbeit vor Ort einschliessen. Massnahmen sind zum Beispiel:

  • Schulung des Partypersonals
  • Abgabe von Informationsmaterial
  • Anpassungen der Infrastruktur (Frischluft, Trinkwasser, Sitzgelegenheiten, Erholungsraum usw.)

Schadensminderung

Bei Konsumierenden kann die Prävention vor allem darauf abzielen, dass der Konsum mit möglichst wenig Schaden für die Konsumierenden verbunden ist.

Eine direkt an den Konsumorten stattfindende schadensmindernde Massnahme, die in der Schweiz teilweise umgesetzt wird, ist das Testen von Ecstasy-Pillen und anderen synthetischen Drogen mit mobilen Labors (Drug Checking), um deren tatsächliche Zusammensetzung zu kennen. Damit verbunden braucht es den Dialog mit den Konsumierenden, die Erläuterung der Substanzanalyse und die Vermittlung von klaren und personalisierten Präventionsbotschaften.

Überblick Prävention

Suchtprävention will nicht jeglichen Konsum von Substanzen oder gewisse Verhaltensweisen verbieten, sondern hat zum Ziel, schädliche Folgen, die dadurch entstehen, zu verhindern oder zu vermindern. Je nach Zielgruppe kann dies bedeuten:

  • dass ein Einstieg in den Suchtmittelkonsum verhindert oder hinausgezögert werden soll
  • dass ein verantwortungsvoller und kontrollierter Umgang mit gewissen Verhaltensweisen (z.B. dem Geldspiel oder Online-Games) gelernt wird
  • dass negativen Auswirkungen des Konsums oder eines Verhaltens für Betroffene und die Gesellschaft vorgebeugt wird (Schadensminderung)

Prävention kann sich struktureller oder verhaltensorientierter Massnahmen bedienen. Idealerweise ergänzen und stützen sich diese beiden Ebenen.

Strukturelle Prävention

Strukturorientierte Prävention, auch Verhältnisprävention genannt, zielt auf Veränderungen in der Umwelt ab. Das kann im Rahmen von Gesetzen oder anderen Regulierungen sein (z.B. Preisgestaltung, Abgabeverbote, Werbeeinschränkungen, etc.), aber auch in der Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (gesundheitsförderliche Arbeitsplätze, Quartiere etc.).

Verhaltensorientierte Prävention

Verhaltensorientierte Prävention zielt darauf ab, Menschen in einem verantwortungsvollen Umgang mit psychoaktiven Substanzen oder potenziell abhängig machenden Verhalten zu unterstützen. Dies erfolgt in Form von Förderung der Lebens- und Konsumkompetenz. Prävention beginnt im Kleinkindalter in der Familie und betrifft alle Lebensphasen.

Oft wird Verhaltensprävention unterschieden in universelle, selektive und indizierte Prävention, welche sich an Personengruppen mit unterschiedlichem Risikoverhalten richtet.

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