Sucht Schweiz - Zahlen und Fakten - Prävention

Prävention

Alkohol: Genuss- und Rauschmittel

Alkohol ist kein gewöhnliches Kulturgut, denn es ist sowohl ein Genuss- wie auch ein Rauschmittel, dessen übermässiger Konsum zu gesundheitlichen Schäden und zu Abhängigkeit führen kann. Die Prävention muss diesem besonderen Umstand Rechnung tragen. Grundsätzlich will die Alkoholprävention nicht den Konsum unterbinden, sondern dazu beitragen, dass der Konsum weder für das Individuum noch für die Gesellschaft zu Problemen führt. So hat Alkoholprävention zum Ziel, den frühen Einstieg in den Konsum bei Jugendlichen zu verhindern und Risiken im Zusammenhang mit dem Konsum bei Erwachsenen vorzubeugen oder zu reduzieren.

Verhältnisprävention: Veränderung der Rahmenbedingungen

Das Konsumverhalten von Jugendlichen und Erwachsenen kann durch verhältnispräventive Massnahmen beeinflusst werden. Zum Beispiel durch Einschränkungen der Erhältlichkeit von Alkohol (eingeschränkte Verkaufszeiten, gesetzliches Mindestalter für Verkauf und Abgabe, Anzahl Verkaufsstellen etc.), Beschränkungen der Werbung, durch Preispolitik oder Besteuerung. Regulative Massnahmen in bestimmten Settings wie z.B. in Unternehmen oder Schulen können einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten. Die Begünstigung von gesundheitsfördernden Lebensbedingungen, z.B. in Form von Gestaltung öffentlicher Plätze, Freizeitangeboten und Infrastruktur für Jugendliche, etc., trägt ebenfalls zur Prävention von Alkoholproblemen bei.

Verhaltensprävention: Stärkung von Lebenskompetenzen

Die Stärkung psychosozialer Kompetenzen von Individuen trägt dazu bei, alkoholbezogenes Problemverhalten zu verhindern oder zu verringern und verantwortungsvollen Konsum zu unterstützen. Dafür eignen sich besonders Lebenskompetenzprogramme an Schulen oder in der Berufsausbildung. Wichtig ist dabei, dass die Jugendlichen sich aktiv mit den Inhalten auseinandersetzen und die präventiven Massnahmen sich nicht auf reine Wissensvermittlung beschränken. Ein frühzeitiger Beginn und ein langfristiger Ansatz tragen entscheidend zur Wirksamkeit eines Programms bei. Weiter hat sich in der Arbeit mit erstauffälligen suchtgefährdeten Jugendlichen die motivierende Kurzintervention als wirksame Methode erwiesen. Weitere wichtige Ansätze der Verhaltensprävention sind zudem familienbasierte Prävention und der Einbezug von Peers.

Informationen über Alkoholkonsum z.B. in Form von massenmedialen Kampagnen oder Informationsmaterialien vermitteln Wissen um Wirkungen und Risiken. Dieses Wissen unterstützt Individuen dabei, selbstverantwortlich Entscheidungen zu treffen und trägt zur gesellschaftlichen Akzeptanz von verhältnispräventiven Massnahmen bei.

Überblick Prävention

Suchtprävention will nicht jeglichen Konsum von Substanzen oder gewisse Verhaltensweisen verbieten, sondern hat zum Ziel, schädliche Folgen, die dadurch entstehen, zu verhindern oder zu vermindern. Je nach Zielgruppe kann dies bedeuten:

  • dass ein Einstieg in den Suchtmittelkonsum verhindert oder hinausgezögert werden soll
  • dass ein verantwortungsvoller und kontrollierter Umgang mit gewissen Verhaltensweisen (z.B. dem Geldspiel oder Online-Games) gelernt wird
  • dass negativen Auswirkungen des Konsums oder eines Verhaltens für Betroffene und die Gesellschaft vorgebeugt wird (Schadensminderung)

Prävention kann sich struktureller oder verhaltensorientierter Massnahmen bedienen. Idealerweise ergänzen und stützen sich diese beiden Ebenen.

Strukturelle Prävention

Strukturorientierte Prävention, auch Verhältnisprävention genannt, zielt auf Veränderungen in der Umwelt ab. Das kann im Rahmen von Gesetzen oder anderen Regulierungen sein (z.B. Preisgestaltung, Abgabeverbote, Werbeeinschränkungen, etc.), aber auch in der Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (gesundheitsförderliche Arbeitsplätze, Quartiere etc.).

Verhaltensorientierte Prävention

Verhaltensorientierte Prävention zielt darauf ab, Menschen in einem verantwortungsvollen Umgang mit psychoaktiven Substanzen oder potenziell abhängig machenden Verhalten zu unterstützen. Dies erfolgt in Form von Förderung der Lebens- und Konsumkompetenz. Prävention beginnt im Kleinkindalter in der Familie und betrifft alle Lebensphasen.

Oft wird Verhaltensprävention unterschieden in universelle, selektive und indizierte Prävention, welche sich an Personengruppen mit unterschiedlichem Risikoverhalten richtet.

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